»Und so haben wir uns also aus dem paradiesischen Zustand geworfen. Verdinglichung. Beschneidung. Doch ist da immer noch Sehnsucht. Eine tiefgreifende, wurzelnde Essenz, die in Momenten absoluter Stille unter der Haut zu drängen beginnt. Ursuppe.«
Jessika Dirks’ künstlerische Praxis wurzelt in einer frühen, existenziellen Irritation gegenüber gesellschaftlichen Ordnungen. Angesichts wechselnder Ideologien und konstruierter Zugehörigkeiten bildete die unmittelbare Naturerfahrung, der mimetische Moment ihre einzige Konstante – ein Raum, in dem sich die künstliche Trennung zwischen Selbst und Welt auflöste. Diese kindliche Erfahrung von Verbundenheit bildet heute den Kompass ihrer Suche nach einer Wahrhaftigkeit, die sie nicht als Behauptung, sondern als körperlich erinnerte Erkenntnis begreift.

Mit dem ortsansässigen Kunstverein bearbeitet Jessika Dirks den Bürgersaal im Rathaus Gehrden als architektonische Manifestation der Frage danach, wie wir (systemisch) leben, wie wir miteinander agieren wollen, Zukunft und Welt gestaltet werden können und Narrative auf uns einwirken.

Der Bürgersaal wird zum Schmelztiegel. Der Himmel ist freigelegt. In der Decke öffnet sich der Blick in ein Darüber – ein großes Fenster, gleichermaßen Verbindung zur Welt wie ihr Ausschluss; gleichermaßen Verbindung zum Himmlischen und seine Abtrennung. Die Reibung des Ortes ist Ausgangspunkt für die Ausstellung »Dem Himmel so … nah/fern«.

Gezeigt werden Malerei, Fotografie, Skulptur und Installation.
Vernissage 8.11.2026, 15:00 Uhr

